Bei Swafnirs mächtiger Fluke,
Firuns eisiger Atem kam diesen Winter früh über uns und hielt die Nordlande länger als sonst in grimmiger Umklammerung. Wir waren schon gut zwei Monde von der Aussenwelt abgeschnitten als unsere Vorräte zur Neige gingen und auch ein Raubzug in die umliegenden Siedlungen ohne die so dringend benötigten Vorräte zu Ende ging. In unserer Verzweiflung ließen wir die alten, schwachen und kranken daheim und brachen Richtung Süden auf.
Schneidend und beißend fegte Firuns umbarmherziger Atem über unsere Köpfe und blähte unsere Segel auf, als wir in See stachen. Im Süden zeigte sich uns ein ähnliches Bild, also entschloss der Jarl, dass wir weiter als je zuvor, ins nostrische vordringen und uns dort eindecken sollten.
Der Raubzug verlief erfolgreich, als uns in einem etwas größeren Dorf ein nostrisches Bürschchen mit knapp 50 bewaffneten Landsknechten entgegentrat und uns aufforderte aufzugeben und uns zu ergeben. Bei Swafnir, beinahe hätte er uns überrumpelt, brachen unsere wackeren Mannen doch in höhnisches Gelächter aus. Es war ein Gemetzel, wir lehrten ihnen das Fürchten und als sie sich ihrer Niederlage bewußt wurden und die Flucht antraten war es bereits um sie geschehen. Nur die wehrlosen Bauern, Frauen und Kinder ließen wir am leben.
Mit reicher Beute kehrten wir in unser Dorf zurück und lebten den Rest des Winters wie die Made im Speck. Heia war das schön. Besten Met und saftigen Schinken hatten sie eingelagert. Dazu Käse in rauen Mengen. Es war ein Fest…
Als der Frühling anbrach tauchten einige fremde Schiffe am Horizont auf, wir liefen aus und bereiten ihnen einen „herzlichen“ Empfang. Sie waren uns 4:1 überlegen und hatten Geschütze an Bord. Sie forderten unsere Kapitulation und wollten uns gefangen nehmen um in ihren Minen im Eisenwald zu schuften. Natürlich stellten wir uns zum Kampf, Swafnir zu Ehren. Aber aller Schmerz und alle Pein war vergebens, es waren zuviele und sie erschlugen die meisten meiner Brüder. Ich weiß nicht mehr wie viele Tage und Nächte ich auf der Flucht vor ihren Häschern war, doch schließlich schlug ich mir bis Thorwal durch.
Hier wähnte ich mich sicher, doch weit gefehlt. Es gingen einige Monde ins Land und ich hatte unseren kleinen Ausflug schon fast vergessen. Ein Attentäter hatte meine Spur aufgenommen und versuchte mich des Nachts zwei mal übers Nirdgendmeer zu bringen. Ich erschlug ihn im Kampf und fasste den Entschluss mein Heil in der Ferne imd großen Gareth zu suchen.
Vor einer Woche habe ich Greifenfurt erreicht und auch dort lauerte ein Häscher der Nostrier auf mich. Bei Swafnir, ich weiß nicht einmal wen ich getötet haben soll, aber dieses Söhnchen muss ja ein ganz besonders feiner Pinkel gewesen sein.
Seis drum, ich habe Greifenfurt hinter mir gelassen und reise nun einen Fluß namens Breite entlang. Ich muss bereits in der Nähe Gareths sein, denn der Wald wird Reichsforst genannt.
Ich machte gerade Rast an einem kleinen Weiher um ein paar Fische zu fangen und Schutz im Schatten zu suchen, als sich eine Gestallt von hinten nähert. Er dachte wohl, ich hätte ihn nicht gehört, aber meine Orknasen lagen griffbereit neben mir. Aus einigen Schritt Entfernung ruft er mir ein „Aves zum Grusze“ entgegen und fragt ob er sich zu mir setzen darf. Ich rechnete immer noch mit einem der nostrischen Häscher, doch als ich ihn sah, war mir klar, dass er mir kein Haar zu krümmen im Stande ist. Es ist ein Halbblut, halb Mensch halb Elb, von zierlicher Gestalt und ungerüstet. Er scheint aus dem Land der Schwächlinge, dem Horasreich, hierher gereist zu sein. Das verrät mir sein Name und sein Kampfstab mit den Klingen an jedem Ende…ob der damit umgehen kann?
Bevor ich aber die Gastfreundschaft der güten Mutter Travia vergesse, lade ich ihn doch an mein Feuer ein. Schließlich schwimmen ihre heiligen Tiere, die Gänse auf dem Weiher und beobachten uns.
Aus den Schatten taucht eine weitere Gestallt auf, offensichtlich ein Krieger. Er trägt als Wappen ein gebrochenes Rad mit zwei Schwingen darüber auf der Brust. Seine Rüstung ist schwarz wie die Nacht und er trägt einen Schild und einen Kriegshammer mit eigenartig gebogenem Dorn bei sich. Er ist sehr schweigsam, spricht nur das nötigste aber setzt sich zu uns ans Feuer und hat einen gesunden Hunger.
An einem Baum etwa 100 Schritt entfernt lehnt schon seit geraumer Zeit ein Bursche, er trägt einen Bogen über der Schulter und hat sich wohl einen Hecht geangelt. Er denkt wohl ich sehe ihn nicht. Mein Schild liegt griffbereit neben mir, ich bin bereit loszustürmen, sollte er den Bogen von der Schulter ziehen.
Die Ereignisse überschlagen sich, ein Former der Sternenkraft, ein Magier tritt auf den Plan. Er faselt etwas davon, dass er und sein Meister von einer 30köpfigen Räuberbande überfallen worden sind. Er gibt an ein Leibwächter zu sein, was ich mir nur schwer vorstellen kann. Wie will er einer Horde Angreifer Einhalt gebieten?
Seis drum, ich überlege mich grad ob es nicht besser weiter zu ziehen, als der Bursch mit dem Hecht sich zu uns gesellt und fragt ob er sich sich setzen darf, gegen einen Happen vom Hecht. Auch ihm verwehre ich das Gastrecht nicht und trotzdem landen auf einmal 4 weitere Gänse auf dem Weiher.
Sie schnattern ganz aufgeregt, ja fauchen regelrecht und stürzen sich schließlich auf uns. Ich greife nach Schild und Axt, doch drehen 11 der 12 Gänse ab und die eine Verbleibende spricht zu uns. Ja verdammt bei Swafnirs mcähtige Fluke, sie spricht und ruft uns zur Hilfe.
Ich renne mit dem schweigsamen Krieger dem Gänseschwarm hinterher und uns offenbart sich fürchterliches. Eine Priesterin der gütigen Mutter ist ins Bedrängnis, sie wird von Ratten und Waldspinnen angegriffen. Ihre Kutsche ist umgestürzt, ein Begleiter bereits totgebissen und ihr Kutscher wird von einer riesigen Spinne bedrängt, als wir uns in den Kampf stürzen. H’ranngar hat seine wimmelnden Diener ausgesannt um die Priesterin unter ihren Leibern zu begraben.
Zum Ruhme Swafnirs kämpfe ich diesen Kampf und siegreich gingen wir aus dieser Schlacht hervor. Der Wirker der Sternenkraft spricht mit der Priesterin, während ich mit Tannfried, so heißt der Bursche mit dem Bogen, den Wald nach weiteren Feinden absuchen.
Ohne einen weiteren HInweis darauf aber trotzdem wachsam, kehren wir ans Feuer zurück und lauschen der Geschichte der Priesterin…